15-11-09 17:16 Alter: 296 days

Wer hebt eigentlich ab, wenn ich 112 wähle?

VON: THOMAS JUNG

Jugendrotkreuz besuchte Rettungsleitstelle


Gerhard Schickling mit einem Teil der Jugendrotkreuzgruppe vor dem Leitstellenarbeitsplatz

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen machten sich Jugendrotkreuzler aus Kronberg, Oberursel, Bad Homburg und Usingen auf den Weg zur "Zentralen Leitstelle des Hochtaunuskreis".

Die Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren hatten sich vorher in den Gruppenstunden intensiv mit dem Notruf beschäftigt. So ist der Notruf mit den fünf "W"s (Wo?, Was ist passiert?, Wieviel Verletzte?, Welche Verletzungen? und Warten auf Rückfragen) die wichtigste Voraussetzung dafür, dass professionelle Hilfe kommt. Die jungen Rotkreuzler hatten vor allem gelernt, dass auch sie einen solchen Notruf absetzen und damit zum wichtigen Glied der Rettungskette werden können. Nun wollten sie sich die andere Seite der Telefonleitung ansehen und erklären lassen. Gerhard Schickling ein erfahrener Mitarbeiter der Leitstelle nahm sich ausgiebig Zeit, die vielen Fragen der jungen Helfer zu beantworten. Er erklärte, wie er und seine Kollegen dafür sorgen, dass Rettungsdienst und Feuerwehr so schnell wie möglich den in Not geratenen zur Hilfe kommen.

Speziell den Jüngeren konnte er die Angst vor dem Notruf nehmen. "Wir bleiben bei Notrufen, die von Kindern kommen in der Leitung und sagen euch was ihr tun sollt. Dann seid ihr bis der Rettungsdienst bei euch ist, gut versorgt und habt jemanden, mit dem ihr reden könnt und der euch Tipps gibt." Alle waren sich einig dass das ein beruhigendes Gefühl ist.

Doch dann wollten die Älteren alles ganz genau wissen: Wo denn der Notarzt herkommt? Wie häufig der Rettungshubschrauber Christoph 2 gerufen wird? Welches Fahrzeug gerade mit Blaulicht und Martinshorn vorbeifährt und wohin es fährt? Wie das mit dem Notruf über Handy geht? Wieso der Arbeitsplatz in der Leitstelle mit vier Computermonitoren ausgerüstet ist? und viele weitere Fragen.

Währenddessen lief der normale Betrieb der Leitstelle mit Rettungsdienst- und Feuerwehreinsätzen weiter, so dass die Eindrücke durch die ständigen Funkgespräche und Telefonate vertieft wurden. Nach fast eineinhalb Stunden wurde dann der Rückweg angetreten, aber die Diskussion über das Erlebte wurde auch im Auto fortgeführt.

Für alle, die dabei sein wollen: Das Jugendrotkreuz bietet Kindern und Jugendlichen einen interessanten Mix aus Themen, die sich um die Erste Hilfe und andere spannende oder lustige Aktivitäten drehen. Im Hochtaunuskreis gibt es zur Zeit 8 Jugendgruppen. Einen Überblick über die Gruppen und die jeweiligen Gruppenstunden erhalten Sie im Internet unter www.jrk-hochtaunus.de oder telefonisch unter 06172-1295-65.


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